Welche Informationen stecken in einer Adresse? Zunächst eine Straße, eine Hausnummer und ein Ort. Für Unternehmen wird es spannend, wenn weitere Informationen hinzukommen:
- Wie viele Haushalte befinden sich in einem Gebäude?
- Welche Angebote sind dort verfügbar?
- Und wie sieht das Marktpotenzial im Umfeld aus?
Vorhandene Daten bieten durch die Verknüpfung mit zusätzlichen Daten wertvolle Erkenntnisse. Die Datenanreicherung sorgt damit für entsprechenden Kontext zwischen diesen Daten, neue Insights können daraus abgeleitet werden.
Genau hier setzt Geoenrichment an. Vorhandene Daten werden über ihren räumlichen Bezug mit zusätzlichen Informationen verknüpft. Aus einer Adressliste entsteht damit eine Grundlage, um Kundenpotenziale einzuschätzen, Standorte zu bewerten oder Vertriebsgebiete gezielter zu bearbeiten.
Glasfaser liegt bereit – wo sind die nächsten Kunden?
Der Glasfaserausbau schreitet voran. Doch ein vorhandener Anschluss wird nicht automatisch genutzt. Nach Angaben der Bundesnetzagentur waren Ende 2025 rund 10,4 Millionen Glasfaseranschlüsse bis in Gebäude beziehungsweise Wohnungen vorhanden. Aktiv genutzt wurden rund 6,4 Millionen. Für Netzbetreiber stellt sich damit neben dem weiteren Ausbau eine konkrete Vertriebsfrage: Wo lassen sich zusätzliche Kunden für die vorhandene Infrastruktur gewinnen?
Eine Liste mit erschlossenen Adressen ist dafür ein Ausgangspunkt. Sie zeigt allerdings noch nicht, wie viele Haushalte hinter den einzelnen Haustüren liegen, welche konkurrierenden Angebote verfügbar sind und wo bereits eigene Kunden wohnen.
Wer diese Informationen zusammenführt, kann Gebiete fundierter vergleichen und Vertriebsmaßnahmen besser vorbereiten.
Von der Adressliste zur Entscheidung
Ein vereinfachtes Beispiel: Ein regionaler Anbieter möchte in einem erschlossenen Stadtgebiet mehr Glasfaserverträge gewinnen. Dafür bringt er seine eigenen Informationen zu Ausbau, Buchbarkeit und bestehenden Verträgen mit zusätzlichen Marktdaten und Gebäudedaten zusammen.
Die Datenanreicherung kann dabei unterschiedliche Fragen beantworten:
Ausgangsfrage
Ergänzende Informationen
Nutzen für die Planung
Wie viele mögliche Anschlüsse liegen hinter einer Adresse?
Haushaltszahl und Gebäudenutzung
Potenziale je Gebäude besser einordnen
Welche Alternativen stehen zur Verfügung?
Breitbandverfügbarkeiten und angebotene Bandbreiten
Wettbewerbssituation berücksichtigen
Wie lässt sich das Umfeld beschreiben?
Soziodemografie und geeignete Telekommunikationsaffinitäten
Gebiete differenzieren und Ansprache vorbereiten
Wo liegen noch unerschlossene Kundenpotenziale?
Kombination mit eigenem Kundenbestand und Buchbarkeitsstatus
Vertriebsgebiete priorisieren
Was Nexiga Geoenrichment konkret bedeutet?
Mit den Nexiga Geoenrichment Server ist auch eine Ansprache über eine API (Programmierschnittstelle) möglich, wodurch Informationen im Hintergrund direkt an Adressen angespielt werden können.
Services can be requested from another program or operating system via the API (Application Programming Interface). A REST (Representational State Transfer) interface is primarily used by web browsers for web services and has the ability to process several types of requests and return different data formats.
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Mit dem Nexiga Geoenrichment Server können (geocodierte) Adressdaten schnell und unkompliziert mit weiteren Daten angereichert werden. Durch die Anreicherung mit Geoschlüsseln können Adressen mit unterschiedlichsten Marktdaten verknüpft, mit anderen räumlichen Objekten in Beziehung gesetzt sowie für vielfältige Analysen genutzt werden.
Beim Nexiga Geoenrichment Server handelt es sich um ein Client-Server-System, dessen Funktionalität über Schnittstellen sowie einen Web-Client (= Internet-Browser) zur Verfügung steht. Der Einstieg in die Anwendung erfolgt über das Nexiga Portal, eine Plattform, über welche verschiedene Nexiga-Apps zur Verfügung stehen, sofern diese durch den Kunden lizenziert sind.
Use cases for data enrichment
Four different use cases are available via the Nexiga Geoenrichment Server, with which data can be enriched:
-
Verknüpfung über Schlüsselfelder: Adressen, die bereits mit Geoschlüsseln (durch Geocodierung) versehen sind, werden durch Verknüpfung (Join) über entsprechende Schlüsselfelder mit weiteren Daten angereichert.
-
Punkt in Polygon: Adressen, die bereits mit einem Koordinatenpaar (durch Geocodierung) versehen sind, werden anhand der räumlichen Lage mit weiteren Daten angereichert.
- Aggregate im Umkreis: Adressen, die bereits mit einem Koordinatenpaar (durch Geocodierung) versehen sind, werden anhand der räumlichen Lage mit aggregierten Daten bezogen auf einen definierten Umkreis angereichert.
- Nächste Objekte: Zu Adressen, die bereits mit einem Koordinatenpaar (durch Geocodierung) versehen sind, werden anhand der räumlichen Lage die nächstgelegenen Objekte zugeordnet.
Ihr Vorteil
Der Nexiga Geoenrichment Server unterstützt diese Verfahren und stellt Funktionen über einen Webzugang sowie Schnittstellen bereit. So lässt sich die Datenanreicherung auch in bestehende Anwendungen einbinden.
Nexiga bietet für solche Fragestellungen unter anderem Informationen zu Gebäuden, Haushalten, Breitbandverfügbarkeiten und Telekommunikationsaffinitäten. Welche Merkmale kombiniert werden, richtet sich nach der konkreten Aufgabe und der verfügbaren räumlichen Ebene.
Ein Prinzip für viele Branchen
Das Glasfaserbeispiel zeigt, wie zusätzliche Informationen die Bewertung vorhandener Adressen verändern können. Dasselbe Prinzip lässt sich auf andere Herausforderungen übertragen:
Ein Handelsunternehmen untersucht das Kundenpotenzial rund um seine Filialen. Ein Immobilienunternehmen ergänzt Objektadressen um Lagefaktoren. Ein Energiedienstleister kombiniert Gebäudemerkmale mit geeigneten Marktinformationen, um mögliche Absatzgebiete genauer zu prüfen. Ein Versicherer nutzt feinräumige Umfelddaten, um Einbruch- und Diebstahlrisiken für Hausratversicherungen besser einzuschätzen.
Entscheidend ist die Frage, die beantwortet werden soll. Daraus ergibt sich, welche Daten benötigt werden und wie sie räumlich zusammengeführt werden.
Nächste Objekte anreichern
Jede Suche nach einer Wohnung oder einem Haus ist immer mit einer Auflistung der Lagefaktoren verbunden. Diese können sehr individuell sein, oft gelten jedoch für viele Käufer oder Mieter ähnliche Kriterien im Umfeld der eigenen vier Wände.
Direkt an einer Autobahn zu wohnen, das mögen die wenigsten. Aber allzu weit entfernt sollte sie dann doch nicht sein. Wie lange muss man zur nächsten Autobahnauffahrt fahren, wie weit ist der nächste Bahnhof oder U-Bahn-Station entfernt?
Derartige Informationen können über den Geoenrichment Server für beliebige Adressen angereichert werden. Die Wohnlage eines Objekts kann dadurch besser beschrieben werden.
Building addresses are used to clearly identify the location of a building. Addresses have been around for a long time, initially consisting only of place names. In remote areas, this is still the case today. However, as settlements grew, street names or at least place names were added. House numbers were not introduced nationwide until the 18th century. Nowadays, depending on the country, region or cultural area, there are some peculiarities and curiosities.
Unter dem Vorgang der Georeferenzierung (durch Geokodierung) versteht man allgemein die Zuweisung raumbezogener Informationen zu Adressen, im einfachsten Fall mit Koordinaten.
Risiken besser bewerten
In der Versicherungsbranche helfen geografische Daten, Risiken einzuschätzen.
Bei Kfz-Versicherungen fließen neben persönlichen und fahrzeugbezogenen Merkmalen auch regionale Schadenstatistiken in die Tarifberechnung ein. Dafür werden Kundenadressen über Geoschlüssel mit den jeweiligen Gebietsdaten verknüpft.
Für Hausratversicherungen sind besonders feinräumige Umfelddaten relevant, etwa zur Bewertung von Einbruch- und Diebstahlrisiken. Wohnquartiere, MikroPLZ oder Straßenabschnitte ermöglichen dabei eine differenziertere Betrachtung als ganze Landkreise.
Technisch wird eine Verknüpfung der Kundenadressen mit dem Landkreis bzw. der kreisfreien Stadt hergestellt. Das passiert über einen Kreisschlüssel, den KGS5 (wegen seiner 5 Ziffern). Analog gibt es den 8-stelligen KGS8 für Gemeinden, den KGS22 für die Nexiga-Wohnquartiere und den KGS36 für die Nexiga-Straßenabschnitte (beide jedoch mit ausreichenden14 Ziffern).
Feinräumige geografische Umfelddaten, etwa auf Ebene von Wohnquartieren, MikroPLZ oder Straßenabschnitten, ermöglichen Hausratversicherern eine differenziertere Bewertung von Einbruch- und Diebstahlrisiken als die grobe Betrachtung ganzer Landkreise.
22.10.2026
Anke Weslowski is one of the most experienced experts in the German geomarketing sector. She has been with Nexiga for over 20 years and addresses a wide range of issues related to location intelligence as well as location and market analyses. In doing so, she combines her technical expertise in GIS and data with strategic consulting skills.