Daten | Energiebranche

Weniger Windräder – mehr Strom?

Das Potenzial von Windkraftanlagen

Was auf den ersten Blick paradox wirkt, ist das Ergebnis des rasanten technischen Fortschritts der letzten 20 Jahre: Moderne Windkraftanlagen sind so effizient wie nie zuvor. Sie liefern heute auf kleinerer Fläche, mit weniger Anlagen und deutlich mehr Leistung Strom für ganze Regionen. Selbst Gegenden mit vergleichsweise wenigen neuen Windrädern können dadurch einen großen Teil ihres Strombedarfs decken.

 

Warum ist das so?

Ein einziges modernes Windrad ersetzt heute etwa drei ältere Anlagen. Rotordurchmesser und Nabenhöhe haben sich seit dem Jahr 2000 nahezu verdreifacht. Dadurch kann Wind mittlerweile auch an Standorten effizient genutzt werden, die früher als ungeeignet galten. Die durchschnittliche Leistung und der Ertrag pro Anlage steigen stetig.

 

Gleichzeitig ist der Ausbau seit 2020 jedoch deutlich zurückgegangen: Zwischen 2015 und 2019 wurden rund 7.000 neue Anlagen errichtet, seit 2020 sind es nur etwa 3.700. Obwohl einzelne Anlagen heute wesentlich mehr Strom liefern als früher, führt die geringere Zahl an Neubauten dazu, dass die insgesamt zusätzlich erzeugte Energie niedriger ausfällt als in den Jahren mit starkem Zubau. Moderne Windkraftanlagen sind leistungsfähiger denn je, doch die Menge des zusätzlich produzierten Stroms hängt weiterhin stark davon ab, wie viele neue Anlagen tatsächlich gebaut werden.

 

Für wen sind diese Daten wertvoll?

Windraeder in der Landschaft

Der Nexiga Datenstand von Juni 2025 umfasst insgesamt 36.953 Windräder – darunter auch geplante Anlagen, die noch nicht in Betrieb sind; aktuell sind 31.571 bereits am Netz, und die Daten werden quartalsweise aktualisiert.

 

Für jede Windkraftanlage sind detaillierte Informationen verfügbar, wie z. B. Name der Anlage, Gemeindekennziffer, X-/Y-Koordinate, Flurstücks Nummer, Brutto- und Nettonennleistung in kW, Nabenhöhe und Rotordurchmesser in mm, Name des Betreibers sowie Inbetriebnahme- oder geplantes Inbetriebnahmedatum u.v.m.

Abbildung 1: Aktuell befinden wir uns in einem Tiefpunkt was den Ausbau neuer Windräder angeht: Nach 2020 wurde im Vergleich zum Vorjahreszeitraum 2015-2019 lediglich die Hälfte an neuen Windanlagen in Betrieb genommen.
Abbildung 2: Die durchschnittliche Nettoleistung von Windkraftanlagen ist im Laufe der Zeit stetig gestiegen. Dennoch kann die höhere Leistung moderner Anlagen den deutlichen Rückgang bei der Zahl der neu installierten Windräder hinsichtlich der gesamten erzeugten Energie nicht vollständig ausgleichen.

Regionale Unterschiede

Unsere Karte (PDF) zeigt den Anteil der Windenergie am Strombedarf privater Haushalte auf Landkreisebene. In Süddeutschland liegt der Anteil in vielen der Landkreise bei unter 20 %, während im Norden allmählich die Haushalte ganzer Bundesländer mit Windstrom gedeckt werden. In vereinzelten Landkreisen wie Mannheim, Potsdam oder Stuttgart, in der Karte grau schraffiert, gibt es hingegen keine Windräder.

Norden (z. B. Schleswig-Holstein, Niedersachsen): In vielen Landkreisen wird der Strombedarf privater Haushalte vollständig oder sogar über 100 % durch Windkraft gedeckt.

 

Süden (z. B. Bayern, Baden-Württemberg): Anteil oft unter 20 %. Hemmnisse sind geringere Windgeschwindigkeiten und strengere Auflagen wie die „H10-Regelung“.

 

Diese regionalen Unterschiede sind kein Zufall: Während im windreichen Norden frühzeitig große Flächen für Windkraft erschlossen wurden, wird der Ausbau im Süden oft durch geringere Windgeschwindigkeiten und strengere Auflagen wie die bayerische „H10-Regelung“ gehemmt. Diese Faktoren führen dazu, dass einige Landkreise bereits heute mehr Strom produzieren als ihre Haushalte benötigen, während andere Kreise in dieser Hinsicht noch deutlich zurückliegen.

Die Daten machen deutlich: Nicht nur mehr, sondern vor allem bessere Windräder bringen die Energiewende weiter. Der technologische Fortschritt wird es ermöglichen, mit weniger Anlagen mehr Strom zu erzeugen und damit mehr Haushalte zu versorgen. Wie viele Haushalte das im Detail sind und wie viele Windkraftanlagen es in ganz Deutschland gibt steckt in der Nexiga-Datenbank.

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