Gemütlich mit Freunden im Garten schauen? In der Lieblingskneipe mitfiebern? Oder doch gemeinsam mit Hunderten anderen Fans beim Public Viewing mitfeiern?
Wenn während der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 Millionen Fans gemeinsam mitfiebern, entstehen in Städten und Gemeinden zahlreiche Public-Viewing-Hotspots. Doch welche Standorte eignen sich überhaupt für Veranstaltungen dieser Größenordnung?
Anders als bei vergangenen Weltmeisterschaften sind die Voraussetzungen diesmal etwas atypisch. Durch den Austragungsort in den USA, Kanada und Mexiko finden viele Spiele zu ungewohnten Zeiten statt (oft erst ab 22:00). Große Public-Viewing-Veranstaltungen werden daher vermutlich nur an ausgewählten Standorten stattfinden, die das notwendige Potenzial und passenden Voraussetzungen mitbringen, um daraus ein echtes Event zu machen.
Doch woran erkennt man, ob ein Standort für ein Public Viewing geeignet ist?
Die Antwort liegt nicht allein in einer großen Freifläche oder einer Videoleinwand. Entscheidend sind Faktoren wie Erreichbarkeit, Einzugsgebiet und Besucherpotenzial. Erst das Zusammenspiel dieser Kriterien zeigt, ob ein Standort die Voraussetzungen mitbringt, um viele Menschen anzuziehen.
Erst wenn Erreichbarkeit, Zielgruppenpotenzial und Einzugsgebiet zusammenpassen, wird aus einer Fläche ein erfolgreicher Standort.
Standortwahl mit vielen guten Voraussetzungen
Ein anschauliches Beispiel ist die Arena auf Ewald in Herten. Sie gilt mit einer Kapazität für bis zu 10.000 Zuschauer als die größte Veranstaltung dieser Art in Nordrhein-Westfalen. Das ehemalige Zechengelände im Herzen des Ruhrgebiets bietet großzügige Veranstaltungsflächen und liegt gleichzeitig außerhalb dichter Wohngebiete. Damit sind ideale Voraussetzungen für größere Events wie ein Public Viewing zur Fußball-WM gegeben.
Hinzu kommt die verkehrsgünstige Lage nahe der Autobahn A2. Besucher können den Standort aus zahlreichen Städten des Ruhrgebiets schnell und unkompliziert erreichen – ein wichtiger Faktor für jede Veranstaltung mit regionalem Einzugsgebiet.
Reichen Fläche und Erreichbarkeit
überhaupt alleine aus?
-
Ein Blick auf die Daten in der Karte verspricht ein großes Potenzial: Im Umkreis von fünf Kilometern um die Arena auf Ewald leben mehr als 160.000 Einwohner. Davon gehören über 100.000 Menschen zur Altersgruppe zwischen 15 und 59 Jahren – also genau jener Zielgruppe, die typischerweise ein erhöhtes Interesse an Sportveranstaltungen und Public Viewings aufweist.
Das Einzugsgebiet entscheidet – aber nicht allein
Entscheidend ist also zunächst die Frage: Gibt es genügend potenzielle Besucher, die den Standort gut erreichen können?
Darüber hinaus spielen aber auch weitere Faktoren eine wichtige Rolle. Einer davon liegt in diesem Beispiel nahezu auf der Hand: die Fußballbegeisterung der Region. Mit dem FC Schalke 04 und der Veltins-Arena in unmittelbarer Nähe gehört Fußball seit Jahrzehnten zur Identität vieler Menschen im Ruhrgebiet. Für ein Public Viewing zur WM 2026 erscheint dies zunächst als klarer Standortvorteil.
Doch genau hier beginnt die eigentliche Standortanalyse.
Nicht immer liegen die relevanten Einflussfaktoren klar auf der Hand. Welche Merkmale machen den Standort tatsächlich attraktiv? Ist es die Nähe zum Fußballverein, die Altersstruktur der Bevölkerung oder die gute Erreichbarkeit? Oder sind es Faktoren, die auf den ersten Blick kaum mit dem Erfolg eines Standorts in Verbindung gebracht werden, tatsächlich aber einen entscheidenden Einfluss haben?
Zusammenhänge erkennen
Erst durch die Verknüpfung unterschiedlicher Datenquellen lassen sich solche Phänomene und ihre Zusammenhänge erkennen.
Standortanalysen helfen dabei, Korrelationen sichtbar zu machen, Annahmen zu überprüfen und Potenziale objektiv zu bewerten. Während die Nähe zu Schalke in diesem Beispiel ein naheliegender Faktor ist, zeigen viele andere Fragestellungen erst durch diverse Daten, welche Kriterien wirklich entscheidend sind.
Genau deshalb lohnt es sich, Standortentscheidungen auf eine breite Datengrundlage zu stellen. Denn erfolgreiche Standorte entstehen selten durch einen einzelnen Faktor – sondern durch das Zusammenspiel vieler Merkmale.
Nexiga bietet Marktdaten auf Weltmeister-Niveau und genau abgestimmt auf Ihre individuellen Bedürfnisse. Unsere Marktdaten umfassen über 500 Merkmale, heruntergebrochen auf hausgenaue, amtliche, postalische oder individuelle Gebietsebenen (Geodaten). Wir achten stets auf die hohe Qualität und Aktualität unserer Daten.
-
Erfolgreiche Standorte entstehen selten durch einen Faktor – sondern durch das Zusammenspiel vieler Daten.
Standortbewertung – aber wie?
Vom Momentum zur langfristigen Standortstrategie
Die Fußball-WM 2026 liefert ein anschauliches Beispiel. Denn dieselben Analysen und Fragestellungen werden tagtäglich für zahlreiche andere Standortentscheidungen genutzt.
Am Beispiel des Public Viewings wird deutlich, welche Fragen sich Veranstalter, Kommunen oder Unternehmen fast immer stellen müssen:
- Wie viele Menschen leben im Einzugsgebiet?
- Welche Zielgruppen können erreicht werden?
- Wie gut ist der Standort erreichbar?
- Welches Besucherpotenzial besteht?
- Welche Standorte bieten die besten Voraussetzungen für das Produkt?
Die Antworten auf diese Fragen entscheiden häufig darüber, ob ein Standort erfolgreich ist oder nicht.
Unternehmen bewerten neue Filialstandorte, planen Expansionen, analysieren Vertriebsgebiete oder identifizieren Regionen mit Marktpotenzial oft anhand dieser Kritieren.
-
Standortplanung im Kurzüberblick: Die Kombination aus den richtigen Marktdaten, Geodaten, Unternehmensdaten, Wettbewerberdaten oder Frequenzdaten von Nexiga helfen dabei, Einzugsgebiete zu analysieren, Zielgruppen zu bewerten und Potenziale sichtbar zu machen – unabhängig davon, ob es um ein Public Viewing, einen neuen Filialstandort oder die Erschließung neuer Märkte geht.
Kommunen nutzen solche Informationen, um Infrastrukturprojekte, Veranstaltungsflächen oder wirtschaftliche Entwicklungspotenziale besser einschätzen zu können.
24.06.2026
Jochen Wetzel ist seit mehr als 25 Jahren Teil des Nexiga-Teams und zählt zu den erfahrensten Experten für Standort- und Gebietsplanung sowie Location Intelligence. Er betreut Unternehmen unterschiedlichster Branchen bei strategischen Fragestellungen rund um Standortanalysen, Wettbewerbsbetrachtungen und datenbasierte Entscheidungen.