In den sozialen Medien ist sie längst ein Phänomen: Labubu. Die kleine, exzentrisch gestaltete Sammelfigur aus der Pop-Mart-Welt begeistert vor allem ein junges, trendbewusstes Publikum. Dabei ist Labubu nicht einfach ein Spielzeug, sondern Ausdruck eines Lebensgefühls – irgendwo zwischen Popkultur, Designobjekt und Fashion-Statement.
Für Marken, Händler und Strateg:innen im Handel stellt sich deshalb eine zentrale Frage: Wo lebt diese Zielgruppe in Deutschland – und wie lässt sie sich erreichen?
Die neue Konsumgeneration: Wer Labubu kauft
Labubu spricht in erster Linie junge Erwachsene zwischen 18 und 35 Jahren an – Angehörige der Generation Z und der jungen Millennials. Sie leben überwiegend in urbanen Räumen, sind medienaffin und konsumieren überproportional viel über soziale Netzwerke wie TikTok oder Instagram. Sie folgen Popkultur-Trends aus Korea und Japan, tragen Streetwear, interessieren sich für Anime, Manga, nachhaltigen Konsum – und für exklusive Sammelobjekte wie Labubu.
Diese Zielgruppe kauft nicht rational, sondern emotional. Limitierte Editionen, Blind-Box-Prinzip und virale Inszenierung erzeugen Begehrlichkeit. Die Figur wird nicht gesammelt, um verstaut zu werden – sie wird präsentiert, fotografiert, inszeniert. In einer digital getriebenen Identitätskultur ist Labubu Teil des Selbstausdrucks.
Geobasierte Zielgruppenanalysen decken Details auf.
Urban, kreativ, stilbewusst – wo Labubu besonders gut ankommt
Die Konsumenten von Labubu leben besonders häufig in deutschen Großstädten mit ausgeprägter Kreativ- und Subkultur. Berlin, Hamburg, Köln, Düsseldorf, München und Leipzig zählen zu den Hotspots der Szene. Hier finden sich nicht nur junge und kaufkräftige Zielgruppen, sondern auch das passende kulturelle Umfeld: alternative Modemärkte, Comic- und Design-Conventions, asiatische Lifestyle-Shops und Pop-up-Formate, die genau auf diese Klientel zugeschnitten sind.
Auch kleinere Städte mit Universitäten, einer kreativen Gründerszene oder hoher kultureller Vielfalt weisen Cluster dieser Konsumenten auf – etwa Freiburg, Mainz oder Erlangen. Es handelt sich um ein Milieu, das bewusst konsumiert, aber ebenso bewusst selektiert: nicht Masse, sondern Klasse; nicht Mainstream, sondern Mikrokosmos.
Unsere Karte (PDF) zeigt für die Metropolregion Nürnberg als bedeutendes wirtschaftliches Zentrum feinräumig die MikroPLZ-Gebiete mit einem hohen Anteil am Sinus Milieu® „Konsum-Hedonisten“. Diese Zielgruppe ist sowohl in vielen innerstädtischen Gebieten sowie in Umlandgemeinen zu finden.
Sinus-Milieus®: Wer genau steckt hinter dem Hype?
Zur besseren Eingrenzung dieser Zielgruppen bieten die Sinus-Milieus® ein differenziertes Bild:
Wie Geomarketing hilft, diese Zielgruppen zu lokalisieren
Mit Geomarketing-Ansätzen lassen sich diese affinen Zielgruppen exakt bestimmen. Nexiga bietet mit ihren Markt- und Geodaten detaillierte Analysen auf kleinräumiger Ebene: von der Kaufkraft über Altersstrukturen bis hin zu digitalen Affinitäten. Ergänzend dazu können die Sinus-Milieus® geografisch verortet werden – so lässt sich etwa erkennen, welche Stadtteile besonders viele Angehörige des adaptiv-pragmatischen Milieus aufweisen oder wo sich konsum-hedonistische Cluster konzentrieren.
Mit Nexiga wird Standortintelligenz sichtbar – inklusive der Potenziale, die durch die Anwendung der Sinus-Milieus® entstehen.
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Adaptiv-pragmatisches Milieu: Flexibel, jung, zielstrebig – diese Gruppe nimmt neue Trends schnell auf, wenn sie als sozial relevant und visuell ansprechend gelten. Labubu findet hier über Influencer und Community-Effekte Verbreitung.
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Konsum-hedonistisches Milieu: Spaß-, erlebnis- und konsumorientiert – mit starkem Fokus auf Lifestyle, Ästhetik und Selbstdarstellung. Die Sammelfigur wirkt hier als Ausdruck eines spielerischen, emotionalen Konsumverhaltens. Besonders empfänglich ist diese Gruppe für limitierte Produkte und Trends mit Community-Charakter.
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Neo-ökologisches Milieu (nachgelagert): Wo Nachhaltigkeit, Design und kulturelle Ironie geschätzt werden, wird auch Labubu – z. B. durch künstlerische Verpackungen oder kreative Inszenierung – wahrgenommen. Hier zählt nicht das Objekt selbst, sondern die Haltung, mit der es konsumiert wird.
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Expeditives Milieu (nachgelagert): Diese digital vernetzte Avantgarde ist empfänglich für Popkultur und internationale Ästhetiken – allerdings selektiv. Labubu passt, wenn der Trend als Ausdruck individueller Stilbildung in Szene gesetzt wird.