Aktueller Stand & Perspektiven
Die öffentliche Ladeinfrastruktur in Deutschland wächst kontinuierlich. Doch eine aktuelle Analyse von Nexiga zeigt: Die Anzahl der Ladepunkte allein sagt wenig darüber aus, wie gut Elektro- und Hybridfahrzeuge tatsächlich versorgt werden. Entscheidend ist, ob Ladepunkte dort verfügbar sind, wo sie benötigt werden, und ob sie für Haushalte und Unternehmen gut erreichbar sind.
Mit dem neuen Dashboard zum E-Mobility-Versorgungsgrad macht Nexiga die Versorgungssituation erstmals auf Gemeindeebene transparent.
Erreichbarkeit und Versorgungsqualität
Deutschlandweit kommen derzeit rund 25 Elektro- und Hybridfahrzeuge auf einen öffentlichen Ladepunkt. Gleichzeitig erreichen jedoch nur 34 Prozent der Haushalte und 46 Prozent der Unternehmen einen öffentlich zugänglichen Ladepunkt innerhalb von fünf Gehminuten.
Besonders auffällig ist, dass einige Bundesländer trotz einer vergleichsweise guten Ladepunktdichte eine deutlich geringere Erreichbarkeit aufweisen. Die räumliche Verteilung der Ladeinfrastruktur spielt daher eine ebenso wichtige Rolle wie ihre Anzahl.
Unsere Analyse zeigt deutliche Unterschiede zwischen den Regionen.
Das Dashboard unterstützt Kommunen, Energieversorger und Ladeinfrastrukturbetreiber dabei, Versorgungslücken zu identifizieren, Investitionen zu priorisieren und den Ausbau der Ladeinfrastruktur bedarfsgerecht zu planen.
Dashboard E-Mobility
Die Daten basieren unter anderem auf denen des Kraftfahrt-Bundesamtes, dem Nexiga-Ladesäulenkataster sowie der Nexiga-Gebäudedatenbank.
Ausbaubedarf auch in Ballungsräumen
Der größte Handlungsbedarf besteht nicht ausschließlich im ländlichen Raum. Auch bevölkerungsreiche Bundesländer mit stark wachsendem Bestand an Elektrofahrzeugen – insbesondere Nordrhein-Westfalen und Hessen – benötigen einen gezielten Ausbau der Ladeinfrastruktur, damit das Angebot mit der Nachfrage Schritt hält.
Gleichzeitig bleiben die Unterschiede zwischen urbanen und ländlichen Regionen deutlich. Während in Großstädten ein Großteil der Haushalte und Unternehmen einen Ladepunkt innerhalb weniger Gehminuten erreicht, bestehen in kleineren Gemeinden weiterhin erhebliche Versorgungslücken.
Zahlen zur Ladeinfrastruktur
- Es gibt keine eindeutigen Kriterien zur Versorgung mit Ladeinfrastruktur, ebenso gibt es keine einheitliche Datenbasis für den Bestand. Daher gibt es unterschiedliche Ergebnisse und Schlussfolgerungen zum Versorgungsgrad.
- Feinräumige Analysen sind besser als Durchschnittswerte für ganz Deutschland. Die Berücksichtigung der Raumstruktur (Stadt, Land) bei der Analyse der Versorgung ist ein Schritt in die richtige Richtung.
- Das Ladesäulen-Kataster und feinräumige Daten zu den Zulassungen sind aus unserer Sicht hilfreich bei der Analyse des Versorgungsgrades.
Nexiga Ladesäulen-Kataster
Nexiga baut bereits seit Juni 2019 eine eigene- Datenbasis auf. Heute sind es 79.134 Ladestandorte (Standort mit ein oder mehreren Ladesäulen) und 266.747 Ladepunkte.
Die Datenbasis enthält sämtliche öffentlich und teilöffentlich zugänglichen Ladestationen in Deutschland und ist ein unverzichtbares Werkzeug für alle, die Ladeinfrastruktur planen, analysieren oder bewerten wollen.
Nexiga-Ladesäulen-Kataster
Ein Blick auf die aktuellen Zahlen zeigt: Deutschland hat beim Ausbau kräftig zugelegt. Die Datenbank von Nexiga (*Ladesäulen-Kataster) umfasst derzeit:
- 79.134 Ladestandorte
- 266.747 Ladepunkte
Für Energieversorger, Netzbetreiber, Kommunen oder Handelsunternehmen bietet Nexiga mit dem Ladesäulen-Kataster eine fundierte Planungsgrundlage:
- Vollständige Datenbasis aller Ladepunkte
- Georeferenzierte Informationen zu Standort, Ladeleistung & Betreiber
- Ideal für Standortanalysen, Potenzialbewertungen & Netzausbauplanung
Verfahren und Merkmale
Die Ladesäulen der sechs größten Quellen/Datenbanken werden dabei räumlich und inhaltlich monatlich in einem aufwändigen Verfahren abgeglichen. Dabei werden sowohl öffentliche als auch teil-öffentliche Ladestationen, z.B. auf Parkplätzen von Supermärkten, berücksichtigt. Zu jedem Standort sind bis zu 10 Zusatzinformationen verfügbar.
Neben Adresse und Geokoordinate stehen zusätzliche Merkmale wie
- Typ (Normal/Schnell)
- Leistung, Steckertypen
- Betreiber
- Location-Type (Autobahn, Supermarkt, Hotel)
zur Verfügung.
Planungssicherheit durch Daten
Die Versorgung mit öffentlicher Ladeinfrastruktur ist regional sehr unterschiedlich. Ein zielgerichteter Ausbau erfordert daher die Berücksichtigung regionaler Faktoren wie Mobilitätsverhalten, Pendlerströme und privater Lademöglichkeiten.
Für diese Analysen und Prognosen des Bedarfs an Ladeinfrastruktur kommen feinräumige Daten zum Einsatz, z.B. zu Demographie, Mobilitätsverhalten, PKW-Bestand an E-Autos, Anzahl Ladestationen sowie Daten zu Parkplätzen und Garagen.
Warum Nexiga?
Die Anbieter eines Verzeichnisses oder einer App zur Suche von Ladesäulen berücksichtigt meistens nur einen Teil der bestehenden Standorte, sei es Standorte der BDEW oder der Bundesnetzagentur. Jede Quelle enthält immer nur einen Teil an relevanten Daten, was Nexiga bereits im Juni 2019 dazu veranlasste, mit dem Nexiga-Ladesäulen-Kataster, eine eigene Datenbasis aufzubauen (die mit zahlreichen weiteren Markt- und Geodaten verknüpfbar sind). Hier finden öffentliche und teil-öffentlichen Ladesäulen zusammen und werden monatlich aktualisiert.
Neben dem Ladesäulen-Kataster gibt es ein Garagen-Kataster (Laden zu Hause) sowie ein Solar-Kataster (Strom fürs E-Auto), welche zahlreiche weitere Daten enthalten für datenbasierte Analysen und Prognosen hinzugezogen werden können.
07.07.2026
Dirk Schneider ist Geschäftsführer der Nexiga GmbH und Experte für Location Intelligence, Standortanalysen sowie datenbasierte Entscheidungsprozesse. Seit über 18 Jahren ist er Teil von Nexiga und prägt seit mehr als zehn Jahren als Geschäftsführer die strategische Entwicklung des Unternehmens. Dabei begleitet er Kunden aus Wirtschaft und öffentlicher Hand dabei, aus räumlichen Informationen wertvolle Erkenntnisse für ihre Planungs- und Geschäftsprozesse zu gewinnen.